居合 劍道    兩輪
"Iai to Kendô ha Kuruma no Ryôrin"

"Iaidô und Kendô sind wie die zwei Räder eines Handwagens."

Japanisches Sprichwort aus der Meiji-Zeit




Der Verein KendoLinz betreibt seit 2012 auch die japanische Kampfkunst Iaidô.

Wenn du Informationen über Iaidô in Linz suchst, bist du hier richtig. Wie du bei uns mitmachen kannst, steht etwas weiter unten.

Unseren Trainingsplan findest du im Kalender auf der Hauptseite.


Wenn du bereits Iaidô praktizierst und mit uns trainieren möchtest, bist du uns herzlich willkommen.


Bei Fragen kontaktiere uns einfach unter: contact@kendolinz.org



Was ist Iaidô?


Iaidô ist eine der Formen, in denen die Schwertkunst der Samurai weiterbesteht, obwohl es seit fast 150 Jahren (seit Anfang der Meiji-Zeit) keine Samurai mehr gibt. Zum Üben verwendet man Schwerter, die wie katana (Samurai-Schwerter) aussehen. Sie werden aber extra zu Übungszwecken gefertigt und haben keine scharfe Schneide – diese Schwerter nennt man Iaitô.

Beim Iaidô übt jeder für sich, indem er/sie sich einen angreifenden Gegner vorstellt und ihn in wenigen, vorgegebenen Bewegungen besiegt. Eine derartige Bewegungsabfolge nennt man kata. Sie besteht im Allgemeinen daraus, das Schwert mit einem Schnitt zu ziehen und den Gegner zu bedrohen (nukitsuke), mit einem gezielten Schnitt den Gegner unschädlich zu machen (kiritsuke), das Blut von der Klinge abzuschütteln (chiburi) und das Schwert wieder wegzustecken (nôtô).

Die Kunst dahinter ist nicht, möglichst viele kata zu erlernen, oder die kata möglichst schnell auszuführen, sondern sie so auszuführen, dass die Überlegenheit über den imaginären Gegner erkennbar ist. Das wiederum ist eine Frage von korrekter Ausführung, richtigem Timing und von Konzentration.



Teilnahme


Wenn ihr mitmachen oder auch einfach einmal zuschauen wollt, kommt am besten in unser Training. Die Trainingszeiten könnt ihr dem Kalender auf der Hauptseite entnehmen. Der erste Monat ist kostenlos, wenn ihr danach weiter mit uns trainieren möchtet, wird der Mitgliedsbeitrag von KendoLinz fällig.

Wer bereits am Grundkurs von KendoLinz teilnimmt, kann für die selbe Zeitspanne ohne zusätzliche Kosten in unserem Training mitmachen.

Die Teilnahme ist ab 14 Jahren – Minderjährige mit schriftlicher Zustimmung eines Erziehungsberechtigten.





Leitung

 Cornelius Praxmarer (2. Dan Kyoshinryû-Iaidô, 3. Dan Kendô)
 Cornelius trainierte mehrere Jahre Kendô, bevor er während eines einjährigen Japanaufenthalts Yamamoto-Sensei näher kennen lernte und die Möglichkeit hatte, in seinem Dôjô zu trainieren.

Er praktiziert Kendô und Iaidô gemäß Yamamoto-Senseis Philosophie, dass sich diese beiden Kampfkünste gegenseitig ergänzen.

Christine begann nach 5 Jahren Judô und anschließend 11 Jahren Aikidô mit dem Training von Kendô. Während eines Sprachschulaufenthalts in Japan kam sie mit Yamamoto-Sensei und Iaidô in Kontakt.

Nach mehreren Aufenthalten in Japan trainiert sie aktuell hauptsächlich Iaidô.
 

Cornelius Praxmarer
3. Dan Kyoshinryû-Iaidô
3. Dan Kendô
   Christine Hölzl
3. Dan Kyoshinryû-Iaidô
4. Kyu Kendô



Iaidô-Schulen

Aus der Tradition der Samurai heraus sind viele verschiedene Iaidô-Schulen entstanden, die alle eine etwas andere Vorstellung von Iaidô haben. Das kann sich z.B. darin äußern, dass verschiedene Arten von chiburi geübt werden oder dass auf unterschiedliche Details beim Schnitt Wert gelegt wird. Am weitesten verbreitet sind heutzutage Eishinryû und Muso Shinden Ryû.

Wir spezialisieren uns auf die Schulen Kyoshinryû-Iaidô und Seitei-Iai.



Kyoshinryû-Iaidô

Kyoshinryû (虚心流) ist eine kleine Iaidô-Schule, die auf die Enshinryû-Schule (円心流) aus dem 16. Jahrhundert zurückgeht. Der Name bedeutet „Schule des leeren Geistes“, wobei hier ein ruhiger und natürlicher Geisteszustand gemeint ist. Kyoshinryû umfasst 70 kata, wobei die ersten 12 mit dem shôtô geübt werden (also der stumpfen Version des wakizashi – dem Kurzschwert der Samurai). Durch das Perfektionieren der 70 kata lernt man, wie man sich gegen Angriffe aus jeglicher Richtung zur Wehr setzten kann. Für unsere heutige Zeit wichtiger ist aber wohl die damit einhergehende Entwicklung von Körper, Geist und Konzentration.



Seitei-Iai

Seitei-Iai wurde 1969 von der japanischen Kendô-Föderation entwickelt und umfasste ursprünglich 7 kata, die mittlerweile auf 12 erweitert wurden. Die Techniken für diese kata wurden aus den kata alter Iaidô-Schulen ausgewählt (und teilweise vereinfacht). Ziel von Seitei-Iai ist es, Kendôka (Personen, die Kendô ausüben) den Einstieg ins Iaidô zu erleichtern und ihnen den Umgang mit dem Schwert näherzubringen. Es ist aber auch für Personen geeignet, die nicht Kendô praktizieren.



Unser Lehrer




Wir üben Kyoshinryû-Iaidô unter Betreuung des aktuellen sôke (宗家 - Oberhaupt) der Schule, Nanjyo Yamamoto-Sensei (山本 楠城 - 8. Dan Iaidô, 7. Dan Kendô).
Yamamoto-Sensei lebt in der Gegend von Kobe, Japan und unsere Leiter stehen in ständigem Kontakt mit ihm (Anm.: Das Suffix "sensei" ist nicht etwa Teil des Namens, sondern ein Titel der im Japanischen benutzt wird, um Respekt gegenüber einem Lehrer oder einer Autoritätsperson auszudrücken, sowie einer Person, die eine gewisse Stufe oder einen gewissen Grad an Meisterschaft in einer Kunstform oder Disziplin erlangt hat).

Von ihm erhalten wir Führung in unserer Weiterentwicklung und Unterstützung mit unserem Training.


Einmal im Jahr besucht Yamamoto-Sensei Österreich und bietet einen Lehrgang für Iaidô an, bei dem es auch die Möglichkeit gibt, Prüfungen abzulegen.











Yamamoto-Sensei bei einer Vorführung im Butokuden in Kyoto,
einem der ältesten noch erhaltenen dôjô in Japan.








Quellen: Informationen von Nanjyo Yamamoto-Sensei, sôke (Oberhaupt) von Kyoshinryû-Iaidô
Wikipedia Artikel „Iaidô“ vom 12.9.2013

Text: Christine Hölzl, Cornelius Praxmarer
Fotos: Cornelius Praxmarer, Manuela Hoflehner, Nanjyo Yamamoto