Kendo no Kihon von Keishicho

Die Kendo no Kihon wurden von und für die Keishicho (Toyko Polizei) entwickelt. Die damals zehn besten kendoka entwickelten drei Gesamtformen, die nach steigendem Schwierigkeitsgrad verschiedenste Kendo-Techniken trainieren. Die Abfolge der Kihon ist wie folgend:

Dai Ichi Kihon:
  • Men
  • Hidari men
  • Migi men
  • Kote
  • Do
  • Tsuki
  • Rensoku men (drei men vorwärts, drei zurück)
  • Rensoku sayu men
  • Kote men (motodachi wechselt nach dem kote das bokken von der linken auf die rechte Seite)
  • Kote do
  • Kote men do
Dai Ni Kihon:
  • Hidari ni hari men (das hari passiert auf der vom motodachi aus gesehen linken Seite)
  • Migi ni hari men (auf der rechten Seite)
  • Migi ni hari kote
  • Hidari ni hari tsuki
  • Migi ni hari tsuki
  • Men (hidari) suriage men
  • Men (migi) suriage kote
  • Kote nuki men
  • Kote nuki kote
  • Men nuki do
  • Kote suriage kote
  • Men kaeshi do
  • Tsuki oji tsuki

Dai San Kihon
  • Fumikomi men (als Vorbereitung auf debana; bei den kata mit fumikomi geht zuerst der motodachi einen halben Schritt hinein, dann folgt die Technik des kakarite)
  • Fumikomi kote
  • Fumikomi tsuki
  • Men kaeshi men
  • Kote kaeshi men
  • Kote kaeshi kote
  • Kote kiri otoshi men
  • Do kiri otoshi men
  • Men maki otoshi men
  • Tsuki maki otoshi tsuki
  • Hiki men
  • Hiki kote
  • Hiki do

Bei den Kihon wird darauf geachtet, dass das bokuto beim Ausholen maximal 45 Grad erreicht und dass die Aktion erst nach dem Kommando des motodachi bzw. des Ansagers geschieht. Motodachi gibt das Kommando als "men o ute", "kote o ute", etc. - wobei "men no"/"kote no" langgezogen sind, so dass kakarite sich vorbereiten kann und in innerer und körperlicher Anspannung ist. Sobald das Kommando "ute" gegeben wird, soll sofort der Schlag erfolgen. Da bei Tsuki gestochen und nicht geschlagen wird, ist das Kommando hier "nodo tsuki".

Aus den Kendo no Kihon wurden 1999 bis 2002 die Kata Bokuto ni yoru Kendo kihon waza keiko ho entwickelt, die mittlerweile in Europa verbreitet sind, regelmäßig bei Seminaren trainiert werden und zum Teil auch Element von kyu-Prüfungen sind. Sie stellen eine verkürzte und vereinfachte Form der Kendo no Kihon dar. Laut Sekiyama-sensei wurden die Kihon waza mit bokuto entwickelt, da die Nihon Kendo Kata für Kinder sehr komplex seien und daher speziell für das Kindertraining in Japan eine einfachere Kata-Form gesucht wurde. Im Westen ist die Kihon waza mit bokuto ein beliebtes Unterrichtsmittel, da zum einen Anfänger so gleich den richtigen Griff am Schwert lernen (mit dem bokuto greift man automatisch korrekt, im Gegensatz zum shinai). Zum anderen enthalten die Kihon waza mit bokuto in komprimierter Form viele der Grundtechniken, die im Kendo angewandt werden können, und das in einer sicheren, logischen Abfolge. Die Nihon Kendo Kata sind im Gegensatz dazu komplexer und offenbaren die Lehrinhalte, die in ihnen stecken, oft erst nach Jahren des Trainings.